- Texte
- Denken in Korrespondenzen, Andrea Klier
- Die Welt an ihren Strukturen spiegeln, Tina Lüers
- To reflect the world at their structures, Tina Lüers
- Im Universum der Simulation, Susanne Weiß
- In the Universe of Simulation, Susanne Weiß
- Landschaft als künstlerische Ausdrucksform, Susanne König
- Landscape as Artistic Expression, Susanne König
- Monte Vera, Susanne Ruembeli (de)
- Monte Vera, Susanne Ruembeli (en)
- Monte Vera, Press Release
- Neunzig Grad, Daniela Stursberg
- Geborgene Landschaften, Daniela Stursberg
- Bergen, Daniela Stursberg
- Palmen, Schwamm und Bergtreppe, Susanne Ruembeli
- Papierwald, Thibaut Verhoeven
- Stars of Stripes, Press Release
- Rapedius/Rindfleisch, Philippe Van Cauteren
- St. Katharinenkirche, Noemi Smolik und Benita Joswig
Kakteen
Susanne König
Kaktussuppe, -salat, -soße, -cocktail oder –marmelade – die Liste der Zubereitungsmöglichkeiten von Kakteen ist lang. Sie können gebraten, frittiert, gekocht oder sogar kristallisiert werden. In ihren Herkunftsländern leisten sie einen wertvollen Beitrag zur traditionellen Nahrung und auch in Europa stehen sie immer häufiger auf dem kulinarischen Speiseplan. Doch nicht nur in der Küche sind Kakteen zu finden. Schon längst sind sie zu Produkten der Nahrungsindustrie geworden und füllen in Konserven die Einkaufsregale.
Kakteen sind ein Sinnbild für eine Lebensform, die auch unter erschwerten Wachstumsbedingungen gedeihen kann. In ihren kräftigen Stämmen können sie das Wasser aus der kurzen Regenzeit über einen langen Zeitraum speichern, überleben so lange Dürreperioden und sind dadurch den Anforderungen der trockenen Wüste gewachsen. Als eine der wenigen Pflanzenarten ist es Kakteen möglich, ihre Nahrung über einen langen Zeitraum aufzubewahren.
Die Objekte von Rapedius/Rindfleisch erinnern in ihrer äußeren Erscheinungsform an Kakteen. Sie verteilen sich in einer losen Gruppe von verschieden großen, kleinen, dicken, dünnen, ovalen und runden Objekten auf dem Boden. Sie bestehen aus Papier und wirken fragil. Ihre Präsentation entspricht einem losen und bisweilen chaotisch wirkenden System, wie es auch in der Natur zu finden ist. Die einzelnen Seiten der Skizzenblöcke sind in der Mitte gebunden, fächern sich lamellen- oder speichenartig nach außen auf und wirken dabei wie Segmente gewachsener Körper. Das ovale Körpervolumen entsteht dabei erst in der assoziierten Silhouette, die den BetrachterInnen beim Umschreiten weder Vorder- noch Rückseite bietet.
Einerseits wurden die Objekte in ihrer Form und Anordnung von natürlichen Phänomenen inspiriert, andererseits wurden sie aus einem Massenprodukt hergestellt. Dass die Skizzenblöcke in großer Anzahl und in ähnlicher Form auftreten, unterstreicht ihre industrielle Herkunft und sie stehen in ihrer Materialität den Naturobjekten diametral gegenüber. Rapedius/Rindfleisch vereinen in ihren Kakteenobjekten Natur- und Industrieprodukte, so wie Kakteen heute selbst zu einem Teil der Nahrungsindustrie geworden sind.
