- Texte
- Denken in Korrespondenzen, Andrea Klier
- Die Welt an ihren Strukturen spiegeln, Tina Lüers
- To reflect the world at their structures, Tina Lüers
- Im Universum der Simulation, Susanne Weiß
- In the Universe of Simulation, Susanne Weiß
- Landschaft als künstlerische Ausdrucksform, Susanne König
- Landscape as Artistic Expression, Susanne König
- Monte Vera, Susanne Ruembeli (de)
- Monte Vera, Susanne Ruembeli (en)
- Monte Vera, Press Release
- Neunzig Grad, Daniela Stursberg
- Geborgene Landschaften, Daniela Stursberg
- Bergen, Daniela Stursberg
- Palmen, Schwamm und Bergtreppe, Susanne Ruembeli
- Papierwald, Thibaut Verhoeven
- Stars of Stripes, Press Release
- Rapedius/Rindfleisch, Philippe Van Cauteren
- St. Katharinenkirche, Noemi Smolik und Benita Joswig
Monte Vera
Susanne Ruembeli
Die Arbeit Monte Vera des Künstlerduos Rapedius/Rindfleisch begann mit einem Stipendien-Aufenthalt in Buenos Aires. Dieser umfasste Wohnraum und Atelier zusammen mit ausländischen und einheimischen Künstlern ausserhalb der Stadt. Diese Konditionen veranlassten die beiden zu einer historischen Auseinandersetzung mit dem Thema Reisen und mit kollektiven Wohnformen, die sich ausserhalb einer städtischen Kultur positionierten. Besonderes Interesse fanden Martina Rapedius und Thomas Rindfleisch dabei an Annemarie Schwarzenbachs exotischen Reisen sowie an Dokumentationen über die Künstlerkommune Monte Verità in der italienischen Schweiz. Beiden Unternehmen – Schwarzenbachs fantastischen Reisen als auch der spiritualistischen „Cooperativa Monte Verità“ – war gemeinsam, dass ihre idealistischen Ziele bald unter dem Eindruck weltlicher Gefühle und persönlicher Konflikte zusammenbrachen.
Monte Vera ist Ausdruck von Rapedius/Rindfleischs Auseinandersetzung mit den Erwartungen, dem Scheitern und den Emotionen von Reisen und kollektiven Lebensformen. Formal nimmt die Installation das Licht der Galerie und der weißen Wände auf und bietet Ansichten von naturalistisch geschnittenen und geschichteten Bergformen. Feine Zeichnungen auf der Papieroberfläche reflektieren sowohl reale als auch fiktive Reiseerinnerungen und veranlassen den Betrachter, sich um die Installation zu bewegen, um die Erzählung zusammenzufügen. Die Ansichten von weitem bieten visuelle Pläsiers, welche jedoch durch die fragmentierte Erzählstruktur der Details unterwandert werden. Dadurch entsteht eine Dissonanz zwischen der Panoramaperspektive und der Nahsicht, eine Dialektik von Innen und Aussen, welche auf postminimalistische Strategien verweist. Wie Skulpturen dieser Künstler versetzt Monte Vera den Betrachter in Bewegung und bietet kontinuierliche Ansichten, deren konstruierten Charakter jedoch durch die Fragmentierung verdeutlicht wird.
